Software für Roboter
Mit der passenden Software für Roboter legen Sie fest, was ein Roboter tun soll. Sie programmieren Bewegungen, steuern Greifer, prüfen Abläufe in einer Simulation oder verbinden den Roboter mit Kameras und Maschinen. Welche Lösung Sie benötigen, hängt vor allem von Ihrer Aufgabe, Ihrem Robotermodell und den gewünschten Schnittstellen ab.
Welche Robotersoftware brauche ich?
Für den Einstieg hilft eine einfache Frage:
Was möchten Sie mit dem Roboter machen?
Ihre Aufgabe | Passende Softwareart |
Roboter bewegen und Greifer steuern | Programmiersoftware |
Roboterzelle vor dem Aufbau prüfen | Simulationssoftware |
Programme am Computer vorbereiten | Offline-Programmiersoftware |
Teile mit einer Kamera erkennen | Vision-Software |
Roboter mit SPS oder Maschine verbinden | Kommunikationssoftware |
Daten umwandeln oder übertragen | Konverter oder Schnittstelle |
Für einfache Anwendungen reicht häufig die grundlegende Roboter-Software. Zusätzliche Software wird meist dann wichtig, wenn Sie komplexere Abläufe planen, eine Anlage vorab simulieren oder weitere Komponenten anbinden möchten.
Was macht Robotersoftware?
Ein Roboter führt nur die Bewegungen und Befehle aus, die vorher festgelegt wurden. Die Roboter Software kann zum Beispiel bestimmen:
wohin sich der Roboter bewegt
wie schnell er fährt
wann ein Greifer öffnet oder schließt
wann ein Werkstück aufgenommen wird
wie der Roboter auf ein Sensorsignal reagiert
wie Daten mit einer SPS oder Kamera ausgetauscht werden
was bei einem Fehler passieren soll
Je nach Anwendung werden dafür eine oder mehrere Softwarelösungen kombiniert.
Die wichtigsten Softwarearten einfach erklärt
Programmiersoftware
Mit einer Programmiersoftware erstellen Sie den Ablauf des Roboters.
Ein einfacher Pick-and-Place-Prozess kann zum Beispiel so aussehen:
Zur Aufnahmeposition fahren
Greifer schließen
Werkstück anheben
Zur Ablageposition fahren
Greifer öffnen
Zur Startposition zurückkehren
Viele Programme bieten dafür eine grafische Oberfläche. Bei komplexeren Aufgaben können zusätzliche Programmierkenntnisse erforderlich sein.
Roboter-Simulationssoftware
Mit einer Roboter-Simulationssoftware bauen Sie die geplante Anwendung virtuell am Computer auf.
Damit lässt sich vorab prüfen:
Erreicht der Roboter alle Positionen?
Kann es zu Kollisionen kommen?
Ist der Roboter richtig platziert?
Passt der Greifer zum Arbeitsraum?
Ist der geplante Ablauf grundsätzlich möglich?
Wie könnte sich die Taktzeit entwickeln?
Eine Simulation erleichtert die Planung. Sie ersetzt aber nicht den Test an der realen Anlage.
Offline-Programmiersoftware
Bei der Offline-Programmierung erstellen Sie Roboterprogramme am Computer, ohne den realen Roboter direkt zu bedienen.
Das kann sinnvoll sein, wenn:
der Roboter bereits in der Produktion arbeitet
neue Abläufe vorbereitet werden sollen
mehrere Varianten getestet werden
Bewegungsbahnen komplex sind
Stillstand vermieden werden soll
Damit das Programm später übertragen werden kann, muss die Software zum Roboter und zur Steuerung passen.
Vision-Software
Vision-Software verarbeitet Bilder oder 3D-Daten einer Kamera.
Damit kann ein Roboter zum Beispiel:
Bauteile erkennen
Positionen bestimmen
Werkstücke unterscheiden
Qualitätsmerkmale prüfen
unsortierte Teile lokalisieren
Greifpunkte berechnen
Vision-Software ist vor allem dann wichtig, wenn Werkstücke nicht immer an derselben Position liegen.
Kommunikationssoftware
Kommunikationssoftware verbindet den Roboter mit anderen Geräten.
Dazu gehören zum Beispiel:
SPS
Kameras
Maschinen
Fördertechnik
Sensoren
Messsysteme
Computer
Mögliche Schnittstellen sind unter anderem ROS, Modbus oder LabVIEW. Entscheidend ist, dass beide Geräte dieselbe Kommunikationsart unterstützen.
Welche Lösung passt zu meiner Anwendung?
Anwendung | Meist benötigte Software | Warum? |
Teile von A nach B bewegen | Programmiersoftware | Positionen und Greiferbefehle festlegen |
CNC-Maschine beladen | Programmiersoftware und Maschinenschnittstelle | Roboter und Maschine müssen Signale austauschen |
Kartons palettieren | Programmiersoftware oder Palettierfunktion | Lagen und Ablagepositionen definieren |
Bauteile mit Kamera finden | Vision-Software | Position und Ausrichtung erkennen |
Roboterzelle vor dem Kauf prüfen | Simulationssoftware | Reichweite, Platzbedarf und Kollisionen prüfen |
Schweiß- oder Klebebahnen planen | Bahn- und Offline-Programmiersoftware | gleichmäßige Bewegungen vorbereiten |
Qualitätsprüfung durchführen | Vision- und Auswertesoftware | Merkmale erkennen und Ergebnisse übertragen |
Roboter mit SPS verbinden | Kommunikationsschnittstelle | Freigaben und Statussignale austauschen |
Daten aus Tabellen übernehmen | Konverter oder Importwerkzeug | Daten in ein passendes Format umwandeln |
Vier Fragen vor der Auswahl
1. Welche Aufgabe soll die Software lösen?
Starten Sie nicht mit einzelnen Funktionen, sondern mit Ihrem Prozess.
Fragen Sie sich:
Soll nur ein Roboter programmiert werden?
Muss eine komplette Zelle geplant werden?
Wird eine Kamera eingesetzt?
Soll der Roboter mit einer Maschine kommunizieren?
Werden mehrere Produkte oder Varianten bearbeitet?
Müssen Programme am Computer vorbereitet werden?
Je klarer die Aufgabe beschrieben ist, desto einfacher wird die Auswahl.
2. Passt die Software zu meinem Roboter?
Nicht jede Software unterstützt jeden Roboter.
Prüfen Sie deshalb:
Roboterhersteller
Robotermodell
Steuerung
unterstützte Schnittstellen
mögliche Zusatzachsen
Greifer und weitere Komponenten
Import und Export von Programmen
Eine Software kann viele Funktionen bieten und trotzdem ungeeignet sein, wenn sie nicht mit Ihrer Hardware zusammenarbeitet.
3. Wie einfach ist die Bedienung?
Die Bedienung sollte zu den Kenntnissen der späteren Nutzer passen.
Bedienkonzept | Geeignet für |
Grafische Oberfläche | Einsteiger und einfache Anwendungen |
Drag-and-drop | wiederkehrende Standardabläufe |
Teach-in am Roboter | direktes Einlernen von Positionen |
Textbasierte Programmierung | komplexe und individuelle Abläufe |
Offene Schnittstellen | eigene Entwicklungen und Systemintegration |
Eine einfache Oberfläche erleichtert den Einstieg. Für komplexe Prozesse sind jedoch oft zusätzliche Funktionen wichtiger als eine besonders einfache Bedienung.
4. Welche Geräte müssen verbunden werden?
Bei einer vollständigen Automatisierung arbeitet der Roboter selten allein.
Prüfen Sie, ob die Software mit folgenden Komponenten kommunizieren muss:
SPS
Kamera
Greifer
Förderband
Maschine
Sensor
Sicherheitstechnik
PC oder Leitrechner
Je mehr Komponenten beteiligt sind, desto wichtiger sind passende Schnittstellen und eine klare Signalplanung.
Online- und Offline-Programmierung im Vergleich
Methode | Bedeutung | Eher geeignet für |
Online-Programmierung | Programmierung direkt am realen Roboter | einfache Abläufe, Einrichten, Nachbesserungen |
Offline-Programmierung | Vorbereitung am Computer | komplexe Programme, Varianten, weniger Stillstand |
Simulation | virtueller Test der Anwendung | Planung, Reichweite, Kollisionen |
Kombination | Vorbereitung am PC und Anpassung am Roboter | viele industrielle Anwendungen |
In der Praxis werden diese Methoden häufig kombiniert. Der Ablauf wird zuerst am Computer geplant und später an der realen Anlage geprüft.
Roboter-Simulationssoftware kostenlos testen
Eine Roboter-Simulationssoftware kostenlos zu testen, kann für erste Schritte sinnvoll sein.
So können Sie prüfen:
Ist die Bedienung verständlich?
Ist Ihr Robotermodell verfügbar?
Können Sie Greifer und Werkstücke einfügen?
Lassen sich Bewegungen einfach erstellen?
Werden Kollisionen angezeigt?
Können benötigte Daten importiert werden?
Kostenlose Versionen können einen kleineren Funktionsumfang haben. Für den Einstieg ist daher vor allem wichtig, ob die Software Ihre grundlegende Aufgabe abbilden kann.
Reicht eine Simulation für die Planung aus?
Eine Simulation hilft bei vielen wichtigen Fragen. Sie zeigt jedoch nur das digitale Modell.
In der Realität können weitere Faktoren hinzukommen:
Bauteiltoleranzen
Kabel und Schläuche
ungenaue Zuführung
nachgiebige Werkstücke
Greiferabweichungen
schwankende Kameradaten
reale Signallaufzeiten
Deshalb sollte eine Simulation immer durch einen Test mit der echten Anwendung ergänzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Robotersoftware und Software-Robotern?
Die Begriffe werden häufig verwechselt.
Begriff | Bedeutung |
Software für Roboter | Software für einen echten Roboter oder eine Automatisierungsanlage |
Robotersoftware | allgemeiner Begriff für Programmierung, Simulation und Vernetzung |
Software-Roboter | Programm, das digitale Aufgaben am Computer automatisiert |
RPA | Automatisierung von Büro- und Verwaltungsabläufen |
Ein Software-Roboter bewegt keinen echten Roboterarm. Er bearbeitet digitale Prozesse, zum Beispiel das Übertragen von Daten zwischen Programmen.
Welche zusätzlichen Komponenten können nötig sein?
Je nach Anwendung benötigen Sie neben der Software weitere Bausteine:
Robotersteuerung
Greifer
Vision-System
Kamera
SPS
Sensoren
Adapter und Schnittstellen
Industrie-PC
Sicherheitstechnik
zusätzliche Achsen
Bei der Planung sollte deshalb nicht nur die Software betrachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel der gesamten Anwendung.
Häufige Fragen zu Software für Roboter
Was ist Software für Roboter?
Software für Roboter wird genutzt, um Bewegungen zu programmieren, Anwendungen zu simulieren und den Roboter mit weiteren Geräten zu verbinden.
Welche Software brauche ich für meinen ersten Roboter?
Für eine einfache Anwendung benötigen Sie in der Regel zuerst eine passende Programmiersoftware. Weitere Software wird nötig, wenn Sie simulieren, Kameras einsetzen oder Maschinen anbinden möchten.
Brauche ich immer eine Simulationssoftware?
Nein. Für einfache Anwendungen kann die direkte Programmierung am Roboter ausreichen. Eine Simulation ist besonders hilfreich bei komplexen Zellen, begrenztem Platz oder vielen Bewegungsabläufen.
Was ist eine Roboter-Simulationssoftware?
Sie bildet Roboter, Greifer, Werkstücke und weitere Komponenten virtuell ab. Damit können Reichweite, Bewegungen und mögliche Kollisionen vorab geprüft werden.
Kann ich meinen Roboter am Computer programmieren?
Ja, wenn eine passende Offline-Programmiersoftware für das Robotermodell und die Steuerung verfügbar ist.
Kann eine Software mehrere Robotermarken unterstützen?
Einige Lösungen unterstützen verschiedene Hersteller. Vor der Auswahl sollte jedoch immer geprüft werden, ob das konkrete Robotermodell unterstützt wird.
Was ist ein Postprozessor?
Ein Postprozessor wandelt ein geplantes Programm in ein Format um, das die jeweilige Robotersteuerung versteht.
Was ist ROS?
ROS ist ein Software-Framework zur Entwicklung und Verbindung von Robotikanwendungen. Ob es für Ihre Anwendung geeignet ist, hängt von Roboter, Steuerung und Integrationsaufwand ab.
Wie verbinde ich einen Roboter mit einer SPS?
Roboter und SPS benötigen eine gemeinsame Schnittstelle. Danach werden Signale wie Start, Freigabe, Fehler oder Programmende festgelegt.
Ersetzt eine Simulation den echten Test?
Nein. Sie unterstützt die Planung, kann aber nicht alle realen Einflüsse vollständig abbilden.
Passende Software für Roboter auswählen
Sie wissen noch nicht, ob Sie Programmiersoftware, Simulation, Vision oder eine Kommunikationsschnittstelle benötigen? RBTX unterstützt Sie dabei, die Aufgabe einzuordnen und passende Komponenten zusammenzustellen.
Kostenlose Beratung per Videocall
Im kostenlosen 30-minütigen RBTXpert-Videocall besprechen Sie Ihren Roboter, Ihre Anwendung und die benötigten Schnittstellen mit einem Experten.
Anwendung vor dem Kauf prüfen
Mit einem Machbarkeitstest kann geprüft werden, ob Roboter, Software, Greifer und weitere Komponenten wie geplant zusammenarbeiten.
Komplette Lösung anfragen
Benötigen Sie neben der Software auch Roboter, Steuerung, Vision-System oder Integration, kann eine vollständige Automatisierungslösung geplant werden.
Nächster Schritt: Software für Roboter vergleichen, kostenlose Beratung buchen oder Ihre Anwendung testen lassen.