Roboter
Humanoid
Endeffektoren
Vision
Safety
Mobile Roboter
7. Achse
Materialzuführung
Profile & Mehr
Software
Service
Steuerung
Pneumatik
Zubehör

Fördertechnik für Roboter

Versorgen Sie Roboter, Maschinen und Produktionsstationen zuverlässig mit Bauteilen, Behältern und Werkstücken. Auf dem RBTX Marktplatz vergleichen Sie Förderbänder, Zuführsysteme, Werkstückträgersysteme und weitere Lösungen nach Transportgut, Taktzeit, Geschwindigkeit, Positionieranforderung und Steuerung.

Was versteht man unter Fördertechnik?

Fördertechnik umfasst Maschinen, Komponenten und Systeme, mit denen Materialien, Werkstücke oder Waren innerhalb eines Betriebs transportiert, bereitgestellt, gepuffert, sortiert oder zwischen Produktionsstationen übergeben werden.

Im Gegensatz zur Lagertechnik, bei der die statische Aufbewahrung im Mittelpunkt steht, übernimmt die Fördertechnik den dynamischen Materialfluss. Sie verbindet beispielsweise eine Zuführstation mit einem Roboter, eine Bearbeitungsmaschine mit einer Prüfzelle oder eine Montagestation mit dem nächsten Produktionsschritt.

In automatisierten Anlagen erfüllt sie damit eine zentrale Aufgabe: Roboter können nur dann kontinuierlich arbeiten, wenn Werkstücke rechtzeitig, in ausreichender Menge und möglichst in einer greifbaren Position bereitstehen.

Eine Förderanlage kann aus einem einzelnen Förderband bestehen. Sie kann jedoch auch mehrere Förderstrecken, Sensoren, Stopper, Weichen, Puffer, Hubstationen, Werkstückträger und Steuerungskomponenten zu einem vollständigen Materialflusssystem verbinden.


Welche Rolle spielt die Materialzuführung in der Robotik?

Die Materialzuführung stellt Bauteile so bereit, dass ein Roboter sie zuverlässig erkennen, greifen und weiterverarbeiten kann.

Dabei geht es nicht ausschließlich darum, ein Werkstück von einem Punkt zum anderen zu transportieren. Je nach Prozess muss das System zusätzlich:

  • Bauteile vereinzeln

  • Werkstücke ausrichten

  • definierte Abstände erzeugen

  • Teile puffern

  • unterschiedliche Varianten erkennen

  • Werkstückträger stoppen

  • Produkte an einer genauen Position bereitstellen

  • den Materialfluss mit dem Roboter synchronisieren

Die bestehende RBTX-Kategorie umfasst deshalb neben Förderbändern auch Zuführsysteme, Vibrationsförderer, flexible Zuführplattformen, Pick-Bereiche, Behälterbereitstellung und Palettenhandling. Sensorik und Software können Füllstände, Positionen und Prozesszustände erfassen und mit Roboter, Vision-System und Anlagensteuerung austauschen.

Eine zuverlässige Zuführung reduziert Wartezeiten des Roboters. Gleichzeitig verhindert sie, dass zu viele Werkstücke in den Greifbereich gelangen, Teile kollidieren oder eine Station wegen fehlendem Nachschub stillsteht.


Welche Arten von Fördertechnik gibt es?

Welches Fördersystem geeignet ist, hängt vor allem von Transportgut, Gewicht, Abmessungen, gewünschter Lage, Geschwindigkeit und Prozessumgebung ab.

Fördersystem

Typische Eigenschaften

Häufige Anwendungen

Gurtförderer

Geschlossene Transportfläche, vielseitig einsetzbar

Kartons, Bauteile, Verpackungen und leichte Stückgüter

Modulbandförderer

Robuste, segmentierte Kunststoffoberfläche

Lebensmittel, Verpackung und anspruchsvolle Streckenführungen

Zahnriemenförderer

Präziser und getakteter Transport

Werkstückträger, Montage und definierte Positionierung

Rollenbahn

Effizient für Güter mit fester Unterseite

Behälter, Kartons, Paletten und KLT

Kettenförderer

Hohe Belastbarkeit und robuste Konstruktion

Paletten, Gitterboxen und schwere Werkstücke

Werkstückträgersystem

Definierte Aufnahme und Positionierung

Montage, Prüfung und automatisierte Bearbeitung

Vibrationsförderer

Vereinzelt und orientiert Schüttgut

Kleine Bauteile, Schrauben und Montageteile

Flexibles Zuführsystem

Anpassbar an unterschiedliche Bauteilvarianten

Kleine Losgrößen und häufige Produktwechsel

Vertikalförderer

Überwindet Höhenunterschiede

Mehrgeschossige Anlagen und platzsparende Materialflüsse

Spezialförderer

An die konkrete Aufgabe angepasst

Magnetische, empfindliche oder besondere Transportgüter

Gurt-, Modulband-, Zahnriemen-, Ketten- und Rollenförderer erfüllen unterschiedliche Anforderungen an Geschwindigkeit, Belastbarkeit, Positionierung und Produktauflage. Werkstückträgersysteme ermöglichen zusätzlich den lageorientierten und kontrollierten Transport zwischen automatisierten Stationen.


Wann eignet sich ein Gurtförderer?

Ein Gurtförderer besitzt eine weitgehend geschlossene Transportfläche und eignet sich für viele leichte bis mittelschwere Stückgüter.

Typische Transportgüter sind:

  • einzelne Bauteile

  • Kartons und Verpackungen

  • Kunststoffprodukte

  • Behälter

  • Komponenten für Montageprozesse

  • empfindliche Werkstücke

  • Produkte mit unregelmäßiger Unterseite

Die geschlossene Auflagefläche ist besonders hilfreich, wenn kleine Teile nicht zwischen Rollen oder Kettenelemente fallen dürfen.

Durch unterschiedliche Gurtmaterialien, Breiten, Oberflächen und Seitenführungen lässt sich das System an das Produkt anpassen. Beschichtete Gurte können beispielsweise mehr Haftung erzeugen, während gleitfähige Oberflächen einen schonenden Transport ermöglichen.

Bei Steigungen oder Gefällen muss geprüft werden, ob ausreichend Reibung vorhanden ist oder ob Mitnehmer erforderlich sind. Auch Temperatur, Reinigungsmittel, Öle und scharfkantige Werkstücke beeinflussen die Auswahl des Gurtmaterials.


Wann ist eine Rollenbahn sinnvoll?

Eine Rollenbahn transportiert Güter über hintereinander angeordnete Rollen. Sie eignet sich vor allem für Produkte mit einer stabilen, ausreichend großen und ebenen Unterseite.

Typische Anwendungen sind:

  • Kartontransport

  • KLT-Behälter

  • Werkstückträger

  • Paletten

  • Versandstücke

  • Transportboxen

  • Materialpuffer

Rollenbahnen können angetrieben oder nicht angetrieben ausgeführt werden. Bei einer Schwerkraftrollenbahn bewegt sich das Transportgut durch Gefälle oder manuelle Kraft. Angetriebene Rollenbahnen ermöglichen dagegen einen kontrollierten automatisierten Materialfluss.

Segmentierte Antriebe können einzelne Bereiche unabhängig voneinander bewegen. Dadurch lassen sich Werkstücke puffern, vereinzeln oder ohne dauerhaften Staudruck bereitstellen.

Rollenbahnen werden insbesondere für Behälter, Paletten und Werkstückträger eingesetzt und können für einen energieeffizienten Staubetrieb in einzelne Zonen unterteilt werden.


Wann eignet sich ein Kettenförderer?

Ein Kettenförderer ist für schwere, robuste oder großformatige Transportgüter geeignet. Die Last liegt je nach Konstruktion auf einer oder mehreren parallel verlaufenden Ketten auf.

Typische Transportgüter sind:

  • Paletten

  • Gitterboxen

  • schwere Behälter

  • Metallbauteile

  • Maschinenteile

  • große Werkstückträger

  • unförmige Stückgüter

Kettenförderer bieten eine hohe Belastbarkeit, benötigen jedoch eine geeignete Auflagefläche am Transportgut. Bei Paletten muss beispielsweise geprüft werden, in welcher Richtung die Kufen verlaufen und wie viele Kettenstränge erforderlich sind.

Für Übergaben zwischen Rollen- und Kettenförderern können Hub-, Querförder- oder Umsetzeinheiten eingesetzt werden. Schwere Transportbehälter, Gitterboxen und große Stückgüter gehören zu den typischen Anwendungen dieser robusten Fördertechnik.


Zahnriemenförderer oder Werkstückträgersystem?

Ein Zahnriemenförderer eignet sich, wenn Produkte oder Werkstückträger getaktet und mit hoher Wiederholbarkeit bewegt werden sollen.

Werkstückträgersysteme gehen noch einen Schritt weiter. Das Bauteil liegt nicht direkt auf dem Fördermittel, sondern wird in einer speziell angepassten Aufnahme transportiert.

Kriterium

Zahnriemenförderer

Werkstückträgersystem

Produktauflage

Direkt oder über einfache Aufnahme

Definierter Werkstückträger

Positionierung

Gut

Sehr gut

Produktwechsel

Abhängig von Aufnahme und Abmessungen

Über wechselbare Aufnahmen möglich

Bearbeitung auf dem Förderer

Je nach System

Häufig vorgesehen

Rückführung

Nicht immer erforderlich

Werkstückträger müssen häufig zurückgeführt werden

Investitionsaufwand

Tendenziell geringer

Tendenziell höher

Typische Anwendung

Getakteter Transport

Montage-, Prüf- und Bearbeitungslinien

Werkstückträger sind sinnvoll, wenn Bauteile während des Transports nicht verrutschen dürfen oder an mehreren Stationen in derselben definierten Lage benötigt werden.

An den einzelnen Stationen kann der Träger durch Stopper angehalten und durch Positioniereinheiten präzise ausgerichtet werden. Der Roboter greift anschließend entweder das Bauteil vom Träger oder bearbeitet es direkt in seiner Aufnahme.


Wie funktionieren Vibrationsförderer?

Ein Vibrationsförderer bewegt kleine Bauteile durch gezielte Schwingungen. Je nach Aufbau können die Werkstücke gleichzeitig transportiert, vereinzelt und in eine definierte Orientierung gebracht werden.

Klassische Wendelförderer verwenden eine bauteilspezifisch gestaltete Förderstrecke. Falsch orientierte Teile werden während des Transports zurückgeführt, bis nur die gewünschte Ausrichtung den Auslauf erreicht.

Diese Lösung eignet sich besonders für:

  • Schrauben

  • Muttern

  • Clips

  • Hülsen

  • Kunststoffteile

  • Steckverbinder

  • kleine Metallkomponenten

Der Vorteil liegt in hohen Zuführraten bei gleichbleibenden Bauteilen. Bei häufigen Produktwechseln kann die bauteilspezifische Auslegung jedoch unflexibel sein.

Für kleine Losgrößen oder wechselnde Varianten können flexible Zuführplattformen in Verbindung mit Kamera und Roboter eine Alternative darstellen.


Klassische oder flexible Zuführtechnik?

Klassische Zuführsysteme werden häufig exakt für ein bestimmtes Bauteil konstruiert. Flexible Systeme sollen dagegen mehrere Werkstückvarianten mit geringeren mechanischen Umrüstungen verarbeiten.

Anforderung

Klassische Zuführung

Flexible Zuführung

Sehr hohe Stückzahl eines Bauteils

Sehr gut geeignet

Möglich

Häufige Variantenwechsel

Eingeschränkt

Gut geeignet

Definierte mechanische Orientierung

Hoher Vorteil

Erfolgt häufig über Vision

Einrichtungsaufwand bei neuen Teilen

Häufig höher

Tendenziell geringer

Investition pro Einzelteil

Bei großen Stückzahlen attraktiv

Bei Variantenvielfalt attraktiv

Benötigte Bildverarbeitung

Nicht immer

Häufig erforderlich

Zuführleistung

Sehr hoch möglich

Abhängig von Bauteil und Erkennung

Eine flexible Zuführplattform verteilt Bauteile so, dass eine Kamera ihre Position und Orientierung erkennen kann. Der Roboter greift anschließend ein geeignet liegendes Teil.

Diese Lösung ist besonders interessant, wenn mehrere ähnliche Bauteile verarbeitet werden oder Produktlebenszyklen kurz sind. Sie ist jedoch nicht automatisch die beste Wahl für jede Anwendung. Bei sehr hohen Stückzahlen kann eine fest auf ein Bauteil abgestimmte Zuführung höhere Taktleistungen erreichen.


Wie arbeiten Roboter und Fördertechnik zusammen?

Bei der Roboter-Fördertechnik müssen Materialfluss und Roboterbewegung miteinander abgestimmt werden. Dafür gibt es unterschiedliche Prozesskonzepte.

Stoppen und greifen

Das Förderband transportiert das Werkstück bis zu einem Sensor oder mechanischen Anschlag. Dort wird es gestoppt und anschließend vom Roboter gegriffen.

Dieses Konzept ist vergleichsweise einfach und eignet sich, wenn eine kurze Unterbrechung des Materialflusses zulässig ist.

Getaktete Bereitstellung

Der Förderer bewegt sich in definierten Schritten. Nach jedem Takt befinden sich Werkstücke oder Werkstückträger an festgelegten Bearbeitungspositionen.

Dieses Verfahren ist typisch für Montage-, Prüf- und Bearbeitungslinien mit synchronisierten Prozessstationen.

Greifen vom laufenden Förderband

Beim Conveyor Tracking greift der Roboter ein Werkstück, während sich das Förderband weiterbewegt. Ein Encoder erfasst die Bandbewegung und überträgt die aktuelle Position an die Robotersteuerung.

Das System benötigt eine genaue zeitliche und räumliche Synchronisierung. Zusätzlich kann eine Kamera die Lage und Orientierung des Werkstücks erkennen.

Zuführung über Werkstückträger

Das Produkt wird auf einem Werkstückträger transportiert und an der Roboterstation gestoppt. Dadurch bleibt die Lage des Werkstücks definiert und die Greifposition kann mit hoher Wiederholbarkeit angefahren werden.

Flexible Erkennung mit Vision-System

Unsortierte oder unterschiedlich orientierte Bauteile werden in einem Pick-Bereich bereitgestellt. Eine Kamera erkennt greifbare Teile und übermittelt deren Koordinaten an den Roboter.

Welche Variante geeignet ist, hängt von Taktzeit, Produktvarianz, Positioniergenauigkeit und dem zulässigen Integrationsaufwand ab.


Welche Komponenten gehören zu einer automatisierten Förderanlage?

Ein Förderband allein reicht häufig nicht aus, um einen stabilen automatisierten Prozess zu realisieren.

Komponente

Aufgabe

Antrieb

Bewegt Gurt, Kette, Rollen oder Zahnriemen

Seitenführung

Hält Produkte innerhalb der vorgesehenen Spur

Sensor

Erkennt Anwesenheit, Position oder Füllstand

Stopper

Hält Werkstücke oder Träger an einer Station an

Vereinzelung

Erzeugt definierte Abstände zwischen Produkten

Positioniereinheit

Richtet Werkstückträger präzise aus

Weiche oder Ausschleuser

Verteilt Produkte auf unterschiedliche Strecken

Pufferzone

Entkoppelt Stationen mit verschiedenen Taktzeiten

Encoder

Erfasst Geschwindigkeit und Position des Förderers

Vision-System

Erkennt Bauteilposition, Orientierung oder Qualität

SPS oder Steuerung

Koordiniert Materialfluss und angeschlossene Stationen

Schutzeinrichtung

Sichert Eingriffs- und Gefahrenbereiche ab

Seitenführungen, Stopper, Werkstückträger, Antriebe und Ständersysteme gehören zu den typischen Ergänzungen industrieller Fördersysteme.

Die Komponenten sollten frühzeitig gemeinsam geplant werden. Wird beispielsweise erst nachträglich festgestellt, dass ein Roboter eine genauere Übergabeposition benötigt, können zusätzliche Stopper, Zentrierungen oder mechanische Anpassungen erforderlich werden.


Welche Fördertechnik passt zu Ihrer Anwendung?

Die Produktauswahl sollte mit dem Transportgut und dem Prozess beginnen – nicht mit einem bestimmten Förderertyp.

Anforderung

Häufig geeignete Lösung

Kleine Stückgüter mit unregelmäßiger Unterseite

Gurtförderer

Kartons und KLT-Behälter

Rollenbahn oder Gurtförderer

Schwere Paletten und Gitterboxen

Kettenförderer oder Schwerlastrollenbahn

Präzise Positionierung an mehreren Stationen

Werkstückträgersystem

Schneller getakteter Transport

Zahnriemenförderer

Kleine ungeordnete Bauteile

Vibrationsförderer

Häufig wechselnde Bauteile

Flexible Zuführplattform mit Vision

Höhenunterschiede überwinden

Vertikal- oder Steigförderer

Material puffern

Segmentierte Rollenbahn oder Stauförderer

Roboter vom laufenden Band greifen lassen

Förderband mit Encoder und Tracking

Empfindliche Oberflächen transportieren

Angepasster Gurt oder Werkstückträger

Komplexe Streckenführung

Modul- oder Scharnierbandförderer

Diese Zuordnung dient als erste Orientierung. Die endgültige Auswahl muss zusätzlich Geschwindigkeit, Produktabstand, Umgebung, Reinigung, Positionierung und Steuerungsintegration berücksichtigen.


Welche technischen Kriterien sind vor dem Kauf wichtig?

Transportgut

Form, Gewicht, Abmessungen, Schwerpunkt und Unterseite bestimmen, welche Fördertechnik eingesetzt werden kann.

Ein Karton lässt sich anders transportieren als eine Palette, ein instabiles Kunststoffteil oder ein empfindliches lackiertes Bauteil.

Förderleistung und Taktzeit

Die benötigte Stückzahl pro Minute beeinflusst Bandgeschwindigkeit, Produktabstand, Antrieb und Pufferkonzept.

Die maximale Geschwindigkeit allein ist nicht entscheidend. Der gesamte Prozess muss Werkstücke zuverlässig zuführen, erkennen, greifen und weiterverarbeiten können.

Positioniergenauigkeit

Für einen manuellen Weitertransport kann eine grobe Bereitstellung ausreichen. Ein Roboter benötigt dagegen häufig eine reproduzierbare Greifposition oder aktuelle Positionsdaten aus einem Vision-System.

Streckenführung

Neben geraden Strecken können Kurven, Steigungen, Gefälle, Höhenwechsel und Quertransporte erforderlich sein.

Jeder Übergang birgt das Risiko, dass Produkte kippen, hängen bleiben oder ihre Orientierung verändern.

Stau- und Pufferfähigkeit

Produktionsstationen arbeiten nicht immer mit exakt derselben Taktzeit. Pufferzonen gleichen kurze Unterbrechungen aus und verhindern, dass sich ein Stillstand sofort auf die gesamte Linie überträgt.

Umgebung

Staub, Späne, Feuchtigkeit, Öle, Hitze, Kühlmittel oder Reinigungsprozesse beeinflussen Material, Motor, Lagerung und Schutzart.

Für Lebensmittel-, Pharma- oder Reinraumanwendungen können zusätzlich besondere Anforderungen an Hygiene, Oberflächen und Reinigungsfähigkeit gelten.

Geräuschentwicklung

In Montage- und Arbeitsbereichen spielt die Geräuschentwicklung eine wichtige Rolle. Ketten, Rollen, Werkstückträger und lose Produkte können bei hohen Geschwindigkeiten erhebliche Geräusche erzeugen.

Steuerung und Schnittstellen

Die Förderanlage muss mit Roboter, Sensorik, SPS, Vision-System und weiteren Produktionsstationen kommunizieren.

Vor dem Kauf sollte geklärt werden, welche digitalen Signale, Feldbusse, Encoder oder Softwaremodule benötigt werden.


Wie wichtig sind Puffer und Staustrecken?

Eine Förderanlage verbindet häufig Prozesse mit unterschiedlichen Bearbeitungszeiten. Ohne Puffer würde eine kurze Unterbrechung an einer Station unmittelbar den gesamten Materialfluss stoppen.

Puffer können:

  • Werkstücke zwischenlagern

  • Taktunterschiede ausgleichen

  • Maschinen voneinander entkoppeln

  • kurze Störungen überbrücken

  • einen kontinuierlichen Robotereinsatz ermöglichen

  • Material für Rüst- oder Produktwechsel vorhalten

Zu große Puffer erhöhen jedoch Flächenbedarf, Bestände und Durchlaufzeit. Zu kleine Puffer führen dazu, dass Maschinen und Roboter schnell aufeinander warten.

Die richtige Größe hängt von Taktzeit, Störwahrscheinlichkeit, Wiederanlaufzeit und gewünschter Anlagenverfügbarkeit ab.


Feste Förderstrecke oder flexible Materialversorgung?

Eine fest installierte Förderstrecke eignet sich besonders für wiederkehrende Materialflüsse zwischen definierten Stationen. Sie ermöglicht hohe Durchsätze und eine klare Prozessführung.

Mobile Transportsysteme wie AMR oder FTS können dagegen unterschiedliche Ziele anfahren und sich leichter an Layoutänderungen anpassen.

Kriterium

Feste Fördertechnik

Mobile Transportlösung

Wiederkehrende feste Route

Sehr gut geeignet

Möglich

Hoher kontinuierlicher Durchsatz

Hoher Vorteil

Abhängig von Flottengröße

Flexible Zielorte

Eingeschränkt

Hoher Vorteil

Umbau des Layouts

Häufig aufwendiger

Tendenziell einfacher

Exakte Übergabeposition

Sehr gut realisierbar

Zusätzliche Positionierung erforderlich

Bodenfläche entlang der Strecke

Dauerhaft belegt

Fahrwege werden gemeinsam genutzt

Erweiterung um weitere Stationen

Mechanische Anpassung

Software- und Flottenanpassung möglich

In vielen Anlagen werden beide Konzepte kombiniert. Ein mobiles System liefert Behälter an eine Station, während ein kurzer Förderer die präzise Übergabe an Roboter oder Maschine übernimmt.


Welche Sicherheitsaspekte müssen berücksichtigt werden?

Förderanlagen erzeugen bewegte Teile sowie mögliche Einzugs-, Quetsch- und Scherstellen. Besonders kritisch sind Übergänge, Umlenkungen, Antriebe, Ketten, Rollen und Bereiche, in denen Produkte automatisch ausgeschleust oder angehoben werden.

Je nach Anlage können erforderlich sein:

  • Abdeckungen an Antrieben und Umlenkungen

  • Schutz gegen Eingreifen zwischen Rollen und Gurt

  • Not-Halt-Einrichtungen

  • sichere Abschaltung

  • Schutzgitter oder Einhausungen

  • Lichtvorhänge oder Laserscanner

  • sichere Türüberwachung

  • kontrollierter Wiederanlauf

  • Überlast- und Blockadeerkennung

  • Schutz vor herabfallenden Produkten

  • sichere Wartungszugänge

Auch die Schnittstelle zwischen Förderer und Roboter muss betrachtet werden. Ein stillstehendes Förderband bedeutet nicht automatisch, dass keine Gefahr mehr durch den Roboter, einen Hubtisch oder einen gespeicherten Materialstau besteht.


Kann bestehende Fördertechnik mit Robotern nachgerüstet werden?

Viele vorhandene Förderanlagen können grundsätzlich mit Robotern, Sensoren oder Kameras ergänzt werden.

Vor einer Nachrüstung sollten unter anderem folgende Punkte geprüft werden:

  1. Ist eine reproduzierbare Entnahmeposition vorhanden?

  2. Kann der Förderer Werkstücke vereinzeln?

  3. Sind Geschwindigkeit und Taktzeit bekannt?

  4. Kann ein Encoder nachgerüstet werden?

  5. Sind Sensoren zur Produkterkennung vorhanden?

  6. Reicht die mechanische Stabilität aus?

  7. Können Roboter und Fördersteuerung Signale austauschen?

  8. Ist ausreichend Platz für den Roboterarbeitsraum vorhanden?

  9. Muss das Sicherheitskonzept erweitert werden?

  10. Lassen sich Produktvarianten zuverlässig unterscheiden?

Bei ungenauer Produktlage kann eine zusätzliche Zentrierung oder ein Vision-System erforderlich sein. Bei wechselnden Geschwindigkeiten kann Conveyor Tracking notwendig werden.

Eine Nachrüstung sollte daher nicht nur aus Sicht des Roboters betrachtet werden. Förderer, Produkt, Greifer, Sensorik, Steuerung und Sicherheit bilden ein gemeinsames System.


Was kostet Fördertechnik für eine Roboteranwendung?

Die Kosten hängen weniger von der reinen Förderbandlänge als von der vollständigen Funktion ab.

Einflussfaktoren sind:

  • Förderertyp und Abmessungen

  • Transportgewicht

  • Geschwindigkeit und Leistung

  • Gurt-, Rollen- oder Kettenmaterial

  • Rahmen und Ständersystem

  • Seitenführungen

  • Stopper und Vereinzelungen

  • Pufferstrecken

  • Sensorik und Encoder

  • Steuerung und Software

  • Vision-System

  • Sicherheitskomponenten

  • Montage und Inbetriebnahme

  • Anpassungen an Roboter und Greifer

Ein einfacher Förderer für eine manuelle Übergabe benötigt weniger Komponenten als eine synchronisierte Anlage, bei der ein Roboter unterschiedliche Werkstücke vom laufenden Band greift.

Für die Wirtschaftlichkeit sind neben dem Anschaffungspreis vor allem Anlagenverfügbarkeit, Wartungsaufwand, Produktwechsel, Energieverbrauch, Ausschuss und mögliche Stillstandskosten entscheidend.


Welche Informationen werden für eine Beratung benötigt?

Benötigte Information

Beispiel

Transportgut

Bauteil, Karton, KLT, Palette oder Schüttgut

Abmessungen

Länge, Breite und Höhe

Gewicht

Einzelgewicht und maximale Streckenbelastung

Unterseite

Eben, unregelmäßig, empfindlich oder instabil

Menge

Teile pro Minute oder Stunde

Produktabstand

Gleichmäßig, variabel oder ohne Abstand

Förderstrecke

Länge, Kurven, Steigungen und Höhenwechsel

Bereitstellung

Kontinuierlich, getaktet oder gepuffert

Roboterprozess

Greifen, Sortieren, Montieren oder Prüfen

Positionierung

Definierter Anschlag, Werkstückträger oder Vision

Umgebung

Staub, Öl, Feuchtigkeit, Hitze oder Reinraum

Steuerung

SPS, Robotersteuerung oder separates System

Sicherheit

Vorhandene Zäune, Sensoren oder Abschaltungen

Erweiterungen

Zusätzliche Stationen oder Produktvarianten

Hilfreich sind außerdem Fotos, CAD-Daten, ein Anlagenlayout und Videos des aktuellen Materialflusses.

Bei einer bestehenden Anlage sollten zusätzlich Fördergeschwindigkeit, Motorleistung, Steuerung, verfügbare Signale und bisherige Störungsursachen dokumentiert werden.


Häufige Fehler bei der Auswahl

Typische Planungsfehler sind:

  • Fördertechnik ausschließlich nach Länge und Breite auswählen

  • Produkteigenschaften und Unterseite nicht ausreichend prüfen

  • zu geringe Pufferkapazität vorsehen

  • Übergänge zwischen Förderern unterschätzen

  • Werkstücke nicht zuverlässig vereinzeln

  • Roboterreichweite und Greifposition zu spät berücksichtigen

  • Positioniergenauigkeit mit reiner Transportgenauigkeit verwechseln

  • Sensoren und Encoder erst nachträglich einplanen

  • Produktvarianten nicht unter realen Bedingungen testen

  • Reinigung und Wartung erschweren

  • keine Reserven für zukünftige Erweiterungen vorsehen

  • Sicherheitsbereiche erst nach Fertigstellung planen

Ein leistungsfähiger Förderer löst nicht automatisch eine unzuverlässige Materialzufuhr. Entscheidend ist, ob das Werkstück am Ende in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt und in einer greifbaren Position ankommt.


Häufig gestellte Fragen zur Fördertechnik

Was gehört zur Fördertechnik?

Zur Fördertechnik gehören unter anderem Förderbänder, Rollenbahnen, Kettenförderer, Zahnriemenförderer, Werkstückträgersysteme, Vibrationsförderer, Hubsysteme, Puffer, Stopper, Weichen und Steuerungskomponenten.

Welche Fördertechnik eignet sich für Roboter?

Das hängt von Werkstück, Taktzeit und gewünschter Greifposition ab. Für einfache Produkte kann ein Gurtförderer ausreichen. Präzise Montageprozesse benötigen häufig Werkstückträger, während ungeordnete Kleinteile über Vibrations- oder flexible Zuführsysteme bereitgestellt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Fördertechnik und Materialzuführung?

Fördertechnik beschreibt allgemein den Transport und Materialfluss. Die Zuführung konzentriert sich darauf, Werkstücke in der richtigen Menge, Orientierung und Position an eine Maschine oder einen Roboter zu übergeben.

Kann ein Roboter Teile von einem laufenden Förderband greifen?

Ja. Beim Conveyor Tracking wird die Bewegung des Förderbands über einen Encoder erfasst. Die Robotersteuerung passt die Greifbewegung an die aktuelle Position des Werkstücks an.

Wann wird ein Vision-System benötigt?

Ein Vision-System ist sinnvoll, wenn Werkstücke unterschiedlich positioniert oder orientiert sind, verschiedene Varianten erkannt oder Qualitätsmerkmale geprüft werden müssen.

Welcher Förderer eignet sich für Paletten?

Für Paletten kommen häufig Kettenförderer oder angetriebene Schwerlastrollenbahnen zum Einsatz. Die geeignete Lösung hängt von Palettentyp, Gewicht, Kufenrichtung und Übergabekonzept ab.

Können Förderanlagen später erweitert werden?

Modulare Systeme können häufig um zusätzliche Strecken, Kurven, Stopper, Sensoren und Stationen ergänzt werden. Steuerung, Platzbedarf und Tragfähigkeit sollten bereits bei der ersten Planung Reserven enthalten.

Was ist ein Werkstückträgersystem?

Ein Werkstückträgersystem transportiert Bauteile auf definierten Aufnahmen. Dadurch bleiben Position und Orientierung über mehrere Montage-, Prüf- oder Bearbeitungsstationen hinweg kontrollierbar.


Fördertechnik auf dem RBTX Marktplatz vergleichen

Die passende Förderlösung muss mehr leisten, als ein Werkstück von einem Punkt zum anderen zu bewegen. Transportgut, Taktzeit, Positionierung, Pufferung, Roboterintegration, Sensorik und Sicherheit müssen als Gesamtsystem zusammenpassen.

Auf dem RBTX Marktplatz vergleichen Sie Fördertechnik für Roboter, Förderbänder, Zuführsysteme und Lösungen für die automatisierte Bauteilbereitstellung verschiedener Hersteller. Prüfen Sie technische Eigenschaften und Kompatibilität, vergleichen Sie geeignete Systeme oder fragen Sie eine auf Ihren Materialfluss und Ihre Robotikanwendung abgestimmte Lösung an.